Brief mit ersten Informationen zum
Sozialprojekt in Nicaragua

   
 

¡Apreciado director! ¡Estimados padres!

Ich wollte direkt aus Nicaragua mailen, doch dafür war dann keine Zeit mehr. So möchte ich Ihnen jetzt von meinem Zusammentreffen mit den Frauen aus Achuapa berichten und vor allem von ihrer riesengroßen Freude über unsere Unterstützung!

Achuapa ist ein kleines Dorf angeblich nur 36 km von Estelli, einer Kleinstadt im Norden von Nicaragua entfernt. Jedenfalls fährt man in einem klapprigen Bus mehr als 2 Stunden über Stock und Stein durch eine wunderschöne Bergwelt, durchquert auch einen Fluss. Die Gruppe M.M.F.A.M. (Frauenbewegung für die Einheit der Familie) besteht aus etwa 50 Frauen, die im Umfeld dieses Dorfes leben und die sich in erster Linie um eine bessere (und leistbare) gesundheitliche Versorgung der ländlichen Bevölkerung, aber auch um eine weiterreichende soziale Betreuung von Frauen und Kindern bemühen. Einige wenige von diesen Frauen wurden in einer nicaraguanischen NGO zu ehrenamtlichen Gesundheitshelfern ausgebildet (Hygiene, Versorgung und Hilfe bei gängigen Krankheiten durch Naturmedizin, Massage und Akupunktur) mit dem Auftrag, ihr Wissen weiterzugeben, zu multiplizieren.

Diese Absicht scheint bei den Frauen von Achuapa in hohem Maß aufgegangen zu sein. Ich traf bei meinem Besuch 8 dieser Frauen unterschiedlichsten Alters, sah das Behandlungszimmerchen in einem Privathaus, wurde informiert, herumgeführt und herzlichst bewirtet. Der Traum dieser so engagierten Frauen besteht darin, ein kleines Gesundheitszentrum zu errichten.

Die 600 EURO vom Schulfest + 200 EURO direkte Spenden von Kollegen, die dann noch dazu kamen, wechselte ich zu 960 US Dollar, eine ordentliche Summe, vor allem in diesem Land, wo Jungakademiker etwa 200 Dollar Monatsgehalt beziehen. Die Entscheidung über den Einsatz des Geldbetrages wird demokratisch in den kommenden Tagen gefällt und mir über meine Freundin, eine Pharmazeutin, die in der oben genannten NGO als Entwicklungshelferin arbeitet, mitgeteilt. Aus einem Brief an Sie übersetze ich Ihnen im Folgenden eine Passage:

... Von Achuapa aus, einem ganz einfachen Dorf, sprechen wir Ihnen durch Ingrid unseren ganz speziellen Dank aus für Ihren Einsatz, uns diese äußert großzügige finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Sie wird von großer Bedeutung und Wirkung sein zum Wohl unserer Frauen. Wir werden uns rasch mit den Verantwortlichen unserer Organisation zusammensetzen, um unter den dringlichsten Projekten das wichtigste auszuwählen und es mit dem Geld, das Sie uns schickten umzusetzen...

Lieber Herr Direktor, auch ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung, liebe Elternvertreter, danke für Ihre Großzügigkeit! Für mich war es eine tolle und eindruckvolle Erfahrung, vor Ort das Engagement und die Solidarität dieser Frauen zu sehen und als Mittlerin zu fungieren. Eine nicht zu stressige Arbeitswoche!

Mit ganz herzlichen Grüßen

Ingrid Hofbauer

   
Ansprechpartnerin: Prof. Ingrid HOFBAUER
* m@ilto:hofbauer


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